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-› ISBN 978-3-932004-58-2

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Literatura.Wissenschaftliche Beiträge zur Moderne und ihrer Geschichte

Band 5
Schaller, Angelika
"Und seine Begierde ward sehend"
Auge, Blick und visuelle Wahrnehmung in der Prosa Thomas Manns
1997. 407 S. - 155 x 225 mm. Kartoniert

Auge und Blick spielen im Werk Thomas Manns eine komplex strukturierte Schlüsselrolle. Zahlreiche Variationen durchziehen das Gesamtwerk wie ein roter Faden. Dabei folgt der vom Sehsinn faszinierte Thomas Mann zum Teil deterministischen Systemen etwa der physiognomischen Lehren. Ferner werden im Werk des Dichters thematisiert: das innere, geistige Auge, der gefesselte Blick des Autors selbst, der Blick als Sitz von Macht, Dämonie, Liebe, Begehren, Schönheit, Visionen, halluzinative Einsichten, der Blick in die Ferne, Lichthaftigkeit, Feuernatur, Schnelligkeit und Spiegelungsfähigkeit des Auges, der Blick ins Abgründige und visuelle Abenteuer "Augenseliger". Auch das allegorische Motiv der Augenöffnung und Augenerhebung, jenes der Verblendung und des sehenden Blindseins begegnen immer wieder. Schließlich nimmt Thomas Mann in seine Augenwelt die Blickverfehlung auf, den kurzsichtigen Blick in seiner physiologischen, aber auch metaphorischen Funktion.
Das Auge als der "edelste" aller Sinne erfährt im Werk Thomas Manns Wertschätzung, insbesondere, was die Adaptation der Goetheschen Kategorie der "denkenden Anschauung" betrifft. Thomas Mann hat schon früh erkannt, daß eidetische Veranlagung für die kreativ-künstlerische Produktion nahezu unverzichtbare Voraussetzung ist.
Registriert wird von Thomas Mann freilich auch die kalte, böse und destruktive Komponente des Sehsinns. So werden immer wieder Vorbehalte gegenüber der Objektivität des Sehsinns artikuliert.

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