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-› ISBN 978-3-932004-74-2

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Spektrum Philosophie

Band 8
Rogler, Gerhard
Die hermeneutische Logik von Hans Lipps und die Begründbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnis
1998. 254 S. - 155 x 225 mm. Kartoniert

Innerhalb der Medizin als der Disziplin, in der wissenschaftliche Erkenntnisse ihre unmittelbarste Anwendung auf den Menschen finden, ist die Begründbarkeit des Wahrheitsanspruches der eigenen Erkenntnis in den letzen Jahre ein zunehmendes Problem geworden. Alternative Heilmethoden finden steigendes Vertrauen, wissenschaftlich-schulmedizinische Methoden werden vermehrt kritisiert und angezweifelt. In einer Zeit knapper werdender Ressourcen und härterer Verteilungskämpfe müssen stichhaltige Begründungen für die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns gefunden werden. Ethos und Logos, Ethik und Wissenschaftlichkeit sind in der Medizin nicht voneinander zu trennen. In letzter Konsequenz bedeutet dies, daß der Arzt, der sich keine Gedanken über den Wissenschaftsbegriff der Medizin macht, unethisch an seinen Patienten handelt. Die Krise der Selbstbegründung wissenschaftlicher Erkenntnis ist aber nicht nur in der Medizin zu spüren. Die praktische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnis im Medium der Technik ist generell Gegenstand zeitgenössischer Kulturkritik. Die Wissenschaft darf sich aus dieser Diskussion nicht durch den Verweis auf eine vermeintliche Wertfreiheit zurückziehen, die sich erkenntnistheoretisch nicht mehr fundieren läßt. Das wissenschaftliche Weltbild ist zu einem Problem geworden, dessen erkenntnistheoretische Grundlagen ausgelotet werden müssen, um tragfähige Ansätze für einen ethischen Konsens zu finden.
Hans Lipps, dessen Untersuchungen zu einer hermeneutischen Logik den Ausgangspunkt für den Versuch der Entwicklung einer hermeneutischen Erkenntnistheorie darstellen, war selbst Arzt und Philosoph. Noch in seiner Zeit als Ordinarius für Philosophie in Göttingen unternahm er in den Semesterferien Reisen als Schiffsarzt nach China und Südamerika. Sein Ansatzpunkt zur Fundierung einer hermeneutischen Logik und Objektivität ist aktueller denn je. Wahrheit und Objektivität werden kontextabhängig. Dies führt zu einem veränderten, objektiven aber nicht mehr absoluten Wahrheitsbegriff, der ethische Implikationen birgt, die erläutert werden. Die Beschäftigung mit Lipps eröffnet Perspektiven und Lösungen, die in den vorliegenden Untersuchungen dargelegt werden.

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