-› ISBN 987-3-89913-539-8 To put a book into the basket simply fill in the number of copies you wish to order and click the button labeled 'Order'.
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Literatura.Wissenschaftliche Beiträge zur Moderne und ihrer GeschichteBand 18 Preuß, Thorsten Brechts "Lukullus" und seine Vertonungen durch Paul Dessau und Roger Sessions Werk und Ideologie2007. 532 S., 106 Notenbeispiele - 155 x 225 mm. Kartoniert
Verboten, zensiert, tabuisiert: Brechts "Lukullus" steht unter Ideologieverdacht, seit er in der Vertonung durch Paul Dessau 1951 der berüchtigten "Formalismus"-Kampagne in der DDR zum Opfer fiel. Thorsten Preuß nähert sich dem skandalumwitterten Werkkomplex aus Erzählung, "Radiostück", Hörspiel und zwei Opern mit literatur- wie musikwissenschaftlichen Methoden und erprobt die Leistungsfähigkeit eines solchen interdisziplinären Ansatzes damit paradigmatisch an einem Autor, in dessen Theater der Musik generell eine privilegierte Rolle zukommt. Auf der Basis umfangreicher Archivstudien und Fassungsvergleiche rekonstruiert die Arbeit die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte, erörtert die zentrale Frage des Gattungs- und Medienwechsels und unterzieht die unterschiedlichen Fassungen (darunter erstmals auch die frühe Vertonung durch den US-Komponisten Roger Sessions) präzisen mikro- wie makrostrukturellen Analysen. "Werk und Ideologie" - dieser Untertitel der Dissertation macht im Laufe der Untersuchung eine überraschende Wendung durch: Problematisch erscheint am Ende nicht mehr die angebliche ideologische Fixierung Brechts, sondern im Gegenteil die ideologische Fixierung seiner Interpreten, die das Werk auf den Skandal reduzierten und damit Verkürzungen und Fehlurteilen den Weg bereiteten. Der Fall "Lukullus" wie der Sündenfall seiner Rezeption - sie werden somit letztlich zum Spiegelbild eines gewichtigen Kapitels deutsch-deutscher Geschichte. Rezension Ohne Frage dürfte Preuß' Arbeit - zumindest in Hinblick auf die im Vordergrund stehende literaturwissenschaftliche Seite der Betrachtungen - schon bald zu einem Standardwerk über den hochinteressanten "Lukullus"-Komplex Brechts avancieren, das sowohl im Detail als auch im Großen einen präzisen Überblick über die geradezu verwirrend vielen Fassungen und Bearbeitungsstufen gibt und dabei konsequent mit zahlreichen oft kolportierten Vor- und Fehlurteilen der bisherigen Forschung aufräumt. Die Tonkunst 4/2008 Rezension "... ist die Studie mit ihrer klaren Sprachdiktion, ihrer Detailgenauigkeit, der argumentativen Schärfe, der souveränen Beherrschung sowohl von literatur- als auch musikwissenschaftlichen Analysemethoden und der Auflösung von Desideraten ein Markstein innerhalb der jüngeren Lukullus-Forschung." (Gestus - Musik - Text / Das Brecht-Jahrbuch 13)