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Band 4

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Dreßler, Markus
Die civil religion der Türkei
Kemalistische und alevitische Atatürk-Rezeption im Vergleich

1999. 139 Seiten – 170 x 240 mm. Kartoniert
ISBN 978-3-933563-06-4

 

19,00 EUR

Produkt-ID: 978-3-933563-06-4  

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Die Religionsgemeinschaft der Aleviten stellt in der Türkei mit ca. 20% der Bevölkerung eine beträchtliche Minderheit in der ansonsten überwiegend sunnitischen Bevölkerung. Ihr "Coming-out" Ende der 80er Jahre war in letzter Zeit Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Hier wird nun ein Phänomen ins Zentrum der Betrachtung gestellt, das bis dato allenfalls am Rande wahrgenommen wurde: Die Integration Kemal Atatürks, des Gründers der Türkischen Republik, in die alevitische Heilsgeschichte. Von Seiten der Aleviten wird Atatürk in einer Weise verehrt, die sich substantiell von der Verehrung unterscheidet, die ihm im Rahmen der kemalistischen Staatsideologie wiederfährt. Zwar finden sich auch in dieser hagiographische Elemente, die an muslimische Heiligenverehrung erinnern - der Deutungsrahmen wird jedoch weiterhin, von Ausnahmen abgesehen, von der Geschichte der kemalistischen Revolution und der kemalistischen Ideologie gestellt.
In der Untersuchung "Die civil religion..." wurden nun die kemalistischen und die alevitischen Atatürkbilder erstmals systematisch herausgearbeitet und vergleichend gegenüberstellt. Den theoretischen Rahmen hierfür lieferte das religionssoziologische civil religion-Theorem, das einleitend diskutiert wird. Die kemalistische Ideologie, auf derem Hintergrund nur der Kult um Atatürk hinreichend erklärbar wird, kann nach Meinung des Autors als civil religion aufgefaßt werden - eine Betrachtungsweise, die neue Perspektiven für das Verständnis der gesellschaftlichen Funktion des Kemalismus eröffnet. Als zentrale Elemente dieser Ideologie werden die kemalistischen Prinzipien Nationalismus und Laizismus sowie die Atatürk-Verehrung herausgearbeitet.
Auch die Aleviten beziehen sich auf den Kemalismus. Im Gegensatz zu seiner offiziellen Interpretation deuten die Aleviten ihn jedoch im Kontext der spezifisch alevitischen Religionsgeschichte. So erfährt der Kemalismus eine religiöse Legitimation und Atatürk wird zum Mehdi, der durch seine "Heilstat", die kemalistische Revolution, einen festen Platz im alevitischen Pantheon erobern konnnte.