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Band 13

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Riexinger, Martin
Sanāʾullāh Amritsarī (1868-1948) und die Ahl-i-adīs im Punjab unter britischer Herrschaft

2004. XIV/739 Seiten – 155 x 225 mm. Kartoniert
ISBN 978-3-89913-374-5

 

82,00 EUR

Produkt-ID: 978-3-89913-374-5  

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Zwischen 1830 und 1860 entstand in Britisch-Indien die puritanische Denkschule der Ahl-i Hadîs durch die Rezeption der Werke des jemenitischen Gelehrten as-Saukani. Ihre Kritik an Sufismus, Heiligenverehrung und Rechtsschulwesen stieß zunächst bei Muslimen im Osten der Gangesebene und Delhi auf Interesse. Ab 1860 fanden ihre Lehren auch im Punjab Anhänger. Während im Osten viele Ahl-i Hadîs aus der muslimischen Aristokratie stammten, wandten sich ihnen dort vor allem Angehörige der Mittelschicht und der Landbevölkerung zu. In dieser Provinz prägten sie die Auseinandersetzung der Muslime mit der christlichen Mission, dem Reformhinduismus des Arya Samaj und der Ahmadîya. Gelehrte und Laien aus ihren Reihen spielten eine bedeutende politische Rolle, zunächst in muslimischen Bildungs- und Wohlfahrtsvereinen, dann in politischen Parteien.
Ihr führender Vertreter war der aus kleinen Verhältnissen stammende Gelehrte Sanâ'ullâh Amritsarî. In seiner Wochenzeitschrift "Ahl-i Hadîs" und zahlreichen Pamphleten fanden die aktuellen religiösen und politischen Debatten ihren Niederschlag. Mit der von ihm begründeten "All India Ahl-i Hadith Conference" versuchte er, alle Gelehrten dieser Richtung zu vereinigen und systematisch Mission zu betreiben. Die engen Beziehungen zu Saudi-Arabien, die Sanâ'ullâh 1924 knüpfte, bestimmen bis heute die politische und religiöse Ausrichtung dieser Denkschule in Indien und Pakistan. Seine Stellung innerhalb der Ahl-i Hadîs war allerdings umstritten, da er in seinen Korankommentaren Wunderberichte und kosmologische Aussagen in einer Weise rationalisierte, die weltlich Gebildeten nicht anstößig erscheinen sollte. Konservative Gelehrte, die sich an der literalistischen Exegesetradition von Ibn Taimîya orientierten, diffamierten ihn deswegen als Schüler von Sayyid Ahmad Hân.
Sanâ'ullâh war zeitweise ein aktiver Gestalter, immer jedoch ein interessierter Beobachter des politischen Geschehens. Ab 1919 arbeitete er im Indian National Congress mit, für den er zahlreiche islamische Gelehrte mobilisierte. Ab 1930 unterstützte er hingegen die Forderung nach einem eigenen Staat für die Muslime des indischen Subkontinents. Während der Teilung 1947 verlor er jedoch seinen Sohn und seine Heimat.